top of page

Prinzip N.2: Biodiversitaet im Weinberg - Vielfalt statt Monokultur

  • Autorenbild: Gudrun und Mathias Mayer
    Gudrun und Mathias Mayer
  • 21. Juni
  • 2 Min. Lesezeit

Warum in unserem Weinberg mehr lebt als nur die Rebe

Von oben betrachtet wirkt ein Weinberg oft perfekt geordnet. Reihe neben Reihe. Pfosten. Drähte. Alles sauber strukturiert.

Doch genau darin liegt eine Herausforderung, über die kaum jemand spricht.

Ein Weinberg ist im Grunde eine Monokultur. Eine einzige Pflanzenart auf grosser Flaeche. Oft sogar derselbe Klon, dieselbe Unterlage, dieselbe Rebsorte. Alles aehnelt sich. Und genau dadurch wird das System anfaellig.

Krankheiten koennen sich leichter ausbreiten. Schaedlinge wandern beinahe ungehindert von Pflanze zu Pflanze. Der Natur fehlen natuerliche Gegenspieler und Bremsen.

Als wir begonnen haben, unsere Weinberge aufzubauen, stellten wir uns deshalb eine einfache Frage: Wenn die Rebe unsere Hauptkultur ist - wie schaffen wir rundherum wieder mehr Leben?

Die Antwort war keine Maschine. Kein neues Pflanzenschutzmittel. Keine moderne Wundertechnik. Die Antwort war Vielfalt.

Mehr Leben zwischen den Rebzeilen

Heute wachsen zwischen unseren Rebzeilen nicht nur Graeser. Dort bluehen Kraeuter, Wildpflanzen und Blumen. Thymian. Schafgarbe. Lavendel. Ackerschachtelhalm.

Dazu kommen Hecken, Straeucher, Baeume, Totholzbereiche, Steinhaufen und Lebensraeume fuer Insekten, Reptilien und Voegel.

Und irgendwann entstand eine Idee, ueber die anfangs manche geschmunzelt haetten: Ein Tuempel mitten im Weinberg.

Was ungewoehnlich klingt, wurde zu einem der spannendsten Teile unseres kleinen Oekosystems. Denn ein Tuempel zieht Leben an. Libellen. Froeschse. Wasserinsekten. Viele davon sind natuerliche Gegenspieler von Schaedlingen.

Als im Fruehling die ersten Schwalben zurueckkehrten, nutzten sie den feuchten Lehmboden am Rand des Tuempels fuer den Nestbau. In diesem Moment wurde uns bewusst: Der Tuempel war Teil eines funktionierenden Lebensraumes geworden.

Unser Weinberg fuehlt sich lebendig an. Er summt. Zirpt. Raschelt. Manchmal stehen wir einfach nur da und hoeren zu.

Was Biodiversitaet mit Weinqualitaet zu tun hat

Fuer uns endet Vielfalt nicht bei schoenen Blumen zwischen den Reihen. Ein lebendiger Weinberg veraendert auch den Boden. Und der Boden veraendert den Wein.

Je vielfaeltiger ein Oekosystem wird, desto aktiver wird das Bodenleben. Mikroorganismen, Pilze, Regenwuermer und Wurzeln beginnen miteinander zu arbeiten. Der Boden wird lockerer, speichert Wasser besser und ermoeglicht den Reben, tiefer zu wurzeln.

Und genau dort beginnt Charakter. Reben, die tief wurzeln, holen mehr aus dem Boden heraus als nur Wasser. Sie nehmen Mineralien, Spannungen und Eigenheiten des Standortes auf. Das kann man nicht kuenstlich erzeugen.

Unser Verdicchio Vino d'Oro N.1 waechst auf etwa 330 Metern Hoehe. Dauerbegruenut. Seit Jahren ohne chemische Herbizide. Im Glas zeigt er: Klarheit, Frische, Spannung und eine Mineralitaet, die gewachsen ist, nicht gemacht.

Vielfalt ist fuer uns kein Dekor. Sie ist Grundlage. Herzliche Gruesse aus den Marken - Gudrun, Mathias & Bella

 
 
 

Kommentare


bottom of page