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Sind PiWi (Pilzwiderstandsfaehige Rebsorten) die Zukunft im Weinbau? z.B. Souvignier Gris

  • Autorenbild: Gudrun und Mathias Mayer
    Gudrun und Mathias Mayer
  • 21. Juni
  • 2 Min. Lesezeit
unser neu angelegter Weinberg mit Souvignier Gris und Prior
Weinberg der Zukunft: Souvignier Gris und Prior

In den letzten Jahren hat sich der Weinbau erheblich veraendert. Der Klimawandel, strengere Umweltauflagen und der Wunsch nach nachhaltiger Landwirtschaft haben Winzer weltweit dazu veranlasst, nach neuen Wegen zu suchen. Eine vielversprechende Loesung sind pilzwiderstandsfaehige Rebsorten, auch PiWi genannt.

Was sind PiWi-Rebsorten?

PiWi steht fuer pilzwiderstandsfaehige Rebsorten. Diese Reben wurden durch gezielte Kreuzungen zwischen traditionellen europaeischen Reben (Vitis vinifera) und widerstandsfaehigen amerikanischen oder asiatischen Wildreben entwickelt. Ziel ist es, Rebsorten zu erhalten, die weniger anfaellig fuer Pilzkrankheiten sind, ohne dabei Qualitaet und Geschmack des Weins zu beeintraechtigen.

Geschichte und Entwicklung

Die Zuechtung pilzwiderstandsfaehiger Rebsorten begann bereits im 19. Jahrhundert, als die Reblausplage europaeische Weinberge verwuestete. Im Laufe des 20. Jahrhunderts setzte sich die Forschung fort. In den letzten Jahrzehnten haben sich die Bemuehungen intensiviert, um den steigenden Anforderungen an Umweltvertraeglichkeit und Nachhaltigkeit gerecht zu werden.

Vorteile von PiWi-Rebsorten

Reduzierter Pflanzenschutzmittel-Einsatz: Da PiWi-Rebsorten widerstandsfaehiger gegen Pilzkrankheiten sind, benoetigen sie weniger chemische Pflanzenschutzmittel. Dies reduziert die Umweltbelastung und schont die Gesundheit der Menschen im Weinberg.

Nachhaltigkeit: PiWi-Rebsorten tragen zu einer nachhaltigeren Weinproduktion bei. Weniger Pflanzenschutzmittel bedeuten weniger Boden- und Wasserbelastung und foerdern die Biodiversitaet im Weinberg.

Kosteneffizienz: Weniger Pflanzenschutzmassnahmen bedeuten auch geringere Kosten fuer die Winzer. Dies kann insbesondere kleinen Betrieben helfen, wettbewerbsfaehig zu bleiben.

Anpassungsfaehigkeit: PiWi-Rebsorten sind oft besser an verschiedene klimatische Bedingungen angepasst und koennen auch in Regionen angebaut werden, die fuer traditionelle Rebsorten immer weniger geeignet sind.

Herausforderungen und Nachteile

Geschmack und Qualitaet: Obwohl viele PiWi-Weine mittlerweile qualitativ sehr hochwertig sind, gibt es noch Vorbehalte seitens der Weinliebhaber. Dazu traegt auch der Name bei - "PiWi" ist wenig einladend, aehnlich wie "Sekt" gegenueber dem klangvolleren "Champagner".

Marktakzeptanz: PiWi-Rebsorten sind noch nicht so etabliert wie traditionelle Sorten. Ein Riesling oder Pinot Grigio sind bekannte Namen - Souvignier Gris oder Prior kennen Verbraucher noch zu wenig.

Zuechtung und Forschung: Die Entwicklung neuer widerstandsfaehiger Rebsorten ist ein aufwendiger Prozess. Es bedarf staendiger Forschung und Anpassung.

Erfolgreiche PiWi-Rebsorten am Beispiel

Souvignier Gris: Diese Sorte ist eine Kreuzung, die 1983 am Staatlichen Weinbauinstitut Freiburg entwickelt wurde. Sie produziert Weissweine mit ausgewogener Saeure, fruchtigen Aromen (Zitrusfruechte, gruener Apfel) und leichter Mineralitaet.

Prior: Eine Kreuzung aus Blauem Spaetburgunder, St. Laurent und Resistenzpartnern. Weine aus Prior zeichnen sich durch kraeftige Tannine, tiefrote Farbe und Aromen von reifer schwarzer Suesskirsche und Gewuerzen aus.

Unsere Perspektive bei La Villa Mergo

Als biodynamisches Weingut beschaeftigen auch wir uns intensiv mit der Frage, ob und wie PiWi-Sorten in unser Konzept passen. Wir haben Souvignier Gris und Prior in einem neuen Weinberg angepflanzt und beobachten ihre Entwicklung genau. Unser Fazit: PiWi-Rebsorten sind kein Ersatz fuer unsere klassischen Sorten - aber eine spannende Ergaenzung fuer die Zukunft des biodynamischen Weinbaus.

Herzliche Gruesse aus den Marken - Gudrun, Mathias & Bella

 
 
 

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